Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Familiärer Einsatz für Kinder in Not

Ein unsicheres Lächeln, weit aufgerissene Augen und schließlich ein stolzes Strahlen – das war die Reaktion von 60 Patenkindern aus Villa Rica (Peru), als wir jedem einzelnen kürzlich im Namen ihrer Paten und Patinnen ein paar neue Turnschuhe überreichen konnten.

Viele hatten vorher noch nie ein Geschenk bekommen, haben dafür aber schon viel Ablehnung, Not und Gewalt erlebt. In der Woche zuvor hatten die Kinder spielerisch auf einer unserer Veranstaltungen gelernt, wie wertvoll sie selbst sind – ein einmaliges Geschenk Gottes nämlich. Um diese Botschaft zu verstärken, übergaben wir ihnen Grüße ihrer deutschen Paten und – in deren Namen – eben auch ein Paar Turnschuhe als Geschenk. Ich glaube, keines von ihnen wird diesen Tag vergessen …

Ohne das weitreichende Engagement unserer zuverlässigen Partner vor Ort, wären so wichtige Aktionen wie diese nicht möglich. Maribel, die eigentlich Kassiererin unserer Partnerorganisation ist, nahm sich viel Zeit, um einen geeigneten Großhändler zu finden und passende Schuhe für die Patenkinder auszusuchen. Dazu spannte sie gleich ihre ganze Familie ein: Mit ihrem Mann Martín und den drei Kindern fuhren sie in einen ziemlich gefährlichen Teil der Riesenstadt Lima, um die Schuhe günstiger direkt beim Hersteller zu kaufen. Maribels Kinder durften dann für ihre Altersgenossen im armen Villa Rica die Schuhe auswählen. Maribel meint: „Für unsere Kinder war das ein großer Spaß und gleichzeitig eine wichtige Erfahrung. Sie konnten lernen, was es bedeutet, praktische Solidarität und Großzügigkeit zu leben. Es war eine tolle Möglichkeit, als Familie anderen zum Segen zu werden.“

Genau wie Maribel ist Projektleiter Hugo ständig im Einsatz, denn während die einen in der Hauptstadt Schuhe kauften, liefen die Vorbereitungen für das Kinderfest in Villa Rica auf Hochtouren. Weil wir dort noch kein eigenes Projektzentrum haben, finden alle Veranstaltungen in Klassenzimmern öffentlicher Schulen statt, die wir dafür extra stundenweise mieten. Diesmal hielt sich die Schule aber mal wieder nicht an die Vereinbarung und unser Projektleiter Hugo musste in letzter Minute alternative Räumlichkeiten finden. Wie soll man dann 60 Familien informieren, von denen so gut wie keine über ein Telefon verfügt? Das ist nur eine der vielen Herausforderungen, für die Hugo dann schnell eine Lösung finden muss.

Neben eigenen Räumlichkeiten fehlt bislang nämlich auch noch eine hauptamtliche  Sozialarbeiterin, die wir seit geraumer Zeit vor Ort einstellen möchten. Also ist Hugo bei den wöchentlichen Kinderveranstaltungen auf die Unterstützung seiner Frau und seines 12-jährigen Sohnes angewiesen. María und Caleb verteilen dann die selbstgemachten Säfte und Snacks an die Kinder. Die drei tragen die schwere Ausrüstung zu Fuß zur Kinderveranstaltung quer durch die Stadt. Dazu gehören Geschirr, Essen, Getränke, Bastelmaterialien, ein Beamer, ein Laptop und – in diesem Fall – eben auch die 60 Paar Schuhe, die nach ihrer nächtlichen Andenüberquerung im Reisebus morgens früh in Villa Rica angekommen waren. Da kommt die ganze Familie ins Schwitzen und vor allem für María ist das wegen rheumatischer Beschwerden mitunter eine Herausforderung.

Wenn die Veranstaltung beginnt, ist Hugo für die Kinder da. Manche wollen ihm erzählen, was sie erlebt haben, andere nehmen ihn fest in den Arm. Oft sind auch ein paar Mütter dabei, die genauso den Rat und die Hilfe von Hugo und María suchen wie die Kinder oder um Gebet bitten. Schließlich gestaltet Hugo, der zum Glück selbst lange Lehrer gewesen ist, das bunte Programm für die Kinder, die sich so wertgeschätzt, angenommen und geliebt fühlen.

Hugo erzählt: „Natürlich ist es anstrengend, vor allem weil wir noch keine eigenen Räumlichkeiten haben, was unsere Arbeit komplizierter macht. Aber es macht mich sehr glücklich zu sehen, wie diese Kinder Schritt für Schritt neuen Mut fassen und sich sogar ihr kleines Gesicht zu verändern beginnt. Das ist alle Mühe wert!“

Lassen auch Sie sich inspirieren von Hugo, Maribel und ihrem Engagement für die Chance-Patenkinder. Damit noch mehr Kinder Not und Elend entkommen können, suchen wir derzeit Paten für drei weitere Jungen und Mädchen aus Villa Rica und Umgebung, deren gekürzte Lebensgeschichten Sie hier nachlesen können. Werden Sie selbst Pate oder erzählen Sie anderen von dieser Möglichkeit, Solidarität und Hoffnung praktisch zu leben und anderen zum Segen zu werden. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Unterstützen Sie außerdem den Bau eines kleinen Chance-Projektzentrums und die Einstellung einer geeigneten peruanischen Sozialarbeiterin im Gebet oder durch eine Spende. Die Bauarbeiten sollen nach der Regenzeit beginnen.

Unser Spendenkonto lautet wie immer:
Chance e.V.
IBAN: DE92 3506 0190 1014 4450 10
BIC: GENO DE D1 DKD
Bank f. Kirche u. Diakonie / KD Bank* - Verwendungszweck: „Peru 8300“

Vielen Dank - ¡muchas gracias y bendiciones!

* Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

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