Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Internationale Hilfe für die kleine Yuyín aus Amazonien

Margarita ist Ecuadorianerin und wohnt in Quito. Seit einigen Monaten ist sie über Chance e.V. Patin eines kleinen Mädchens im peruanischen Amazonasgebiet. Neulich hat sie ihr Patenkind im Regenwald besucht und berichtete uns von ihren bewegenden Erfahrungen.

„Ich wohne in meiner Heimat Ecuador, wie Peru ein armes Land Südamerikas. Doch ich selbst habe eine Arbeit und ein geregeltes Auskommen, wofür ich Gott wirklich sehr dankbar bin. Seit langem schon hegte ich deshalb den Wunsch, jemandem außerhalb meines eigenen Landes zum Segen zu werden. Dieses Jahr dann übernahm ich die Patenschaft für die kleine Yuyín Esperanza aus dem winzigen Amazonasdorf Inka Wuasi in unserem Nachbarland Peru.

Als ich Yuyín diesen Sommer das erste Mal besuchen konnte, war das eine bewegende Erfahrung für uns beide:

Das kleine Mädchen erwartet mich in ihrem abgelegenen Dschungeldorf voller Ungeduld und nimmt mich, kaum dass ich nach langer Anfahrt und mit einem Tag Verspätung aus dem Auto steige, ganz ganz fest in ihre kleinen Arme. Yuyín wurde nämlich von ihrer Mutter verlassen und ihren Vater kennt sie nicht. Sie lebt bei ihren Großeltern, die sich liebevoll um die Kleine kümmern.

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Yuyín hat ihre Oma sogar davon überzeugt, an dem Tag meiner Ankunft nicht zur Schule gehen zu müssen, zu der sie über eine Stunde durch den Wald laufen muss. Denn sie wollte ihre Patin auf jeden Fall persönlich empfangen. Dann zeigt die Kleine mir ihre Meerschweinchen und Hunde, stellt mich den übrigen Dorfkindern vor. Jedes Mal, wenn ich mich von ihr wegbewege, fängt sie zunächst an zu weinen. Dann erkläre ich ihr, dass ich ja noch bleibe, aber weit weg wohne und irgendwann auch wieder nach Hause muss, um sie dann ein anderes Mal erneut besuchen zu können. Das beruhigt sie. Gemeinsam essen wir einen Teller Reis mit Huhn, die Großeltern haben extra eines ihrer wenigen Hühner geschlachtet, um mir ein Festmahl zu bereiten – für die Gastgeber ist es eine besondere Ehre, einem Weitgereisten eine Mahlzeit servieren zu können.

Begleitet werde ich von zwei Chance-Mitarbeitern aus Huánuco. Als die Sonne untergeht und es Zeit wird, wieder abzureisen, lädt Yuyín mich ein, die Nacht bei ihr in der winzigen Holzhütte ihrer Großeltern am Waldrand zu verbringen. Großmutter, Großvater, Onkel und Yuyín schlafen im selben Zimmer, welches auch das einzige Zimmer der Hütte ist. Also übernachte ich bei Yuyín, die mich die ganze Nacht fest in ihre Arme schließt und tief einschläft, als die letzte Kerze gelöscht wird. Unter unserem Moskitonetz höre ich draußen das leise Schnattern der Enten und um mich herum das Summen der Moskitos, das Trippeln irgendwelcher Nagetiere und das Flattern der Fledermäuse.

Am nächsten Morgen beginnt der neue Tag schon kurz vor Sonnenaufgang gegen 5:30. Über offenem Feuer im Küchenhäuschen kochen wir draußen gemeinsam Frühstück aus Bananen und Yuyíns Oma erzählt mir von den schlimmen Zeiten der Kokain-Mafia und des Bürgerkrieges – viele Dorfbewohner flohen, viele verschwanden oder wurden getötet, gefoltert und vergewaltigt. Die meisten Dorfbewohner sind bis heute traumatisiert. Denn all das ist erst ein paar Jahre her.

Dann holen wir noch gemeinsam frisches Wasser vom Fluss im Wald und Yuyín fragt mich immer wieder, ob ich bald wieder abreisen muss und wann ich wiederkomme.

Mittlerweile bin ich wieder in meinem Land, sitze in den ecuadorianischen Anden auf 2500 m über dem Meeresspiegel an meinem Schreibtisch und schaue mir die Fotos meiner Reise zu Yuyín an, die ich mit samt ihrer Familie und all den Menschen ihres kleinen Dschungeldorfes fest in mein Herz geschlossen habe.

Ich bete für Yuyín und ihre Familie und denke dabei: Die meisten Menschen hier in Ecuador haben selbst nicht viel. Aber wie oft meinen wir, dass wir mit unseren zwei kleinen Fischen und fünf trockenen Broten nichts bewirken können. Doch im peruanischen Amazonasgebiet habe ich erfahren, wie Gott das Wenige, das wir haben, vermehrt, um daraus einen Segen für andere zu machen. So werden Menschen satt. So verändern wir ein kleines Stückchen unserer Welt und so geschehen immer wieder kleine Wunder. Wir müssen uns nur zusammen engagieren.

Vielen Dank Chance e.V.!“

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