Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Kunsthandwerk:
Ein Schritt auf dem Weg zu Selbstbestimmung und Armutsbekämpfung

Vor wenigen Monaten entstand aus dem Vorschlag der Dorfbewohner heraus unser Kunsthandwerksprojekt in Amazonien. Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell die Frauen und Männer aus den Indianerdörfern Fortschritte bei der Verbesserung ihrer Produkte machen.

In regelmäßigen Abständen finden Schulungen statt mit professionellen Schmuckdesignern oder Hobbykunsthandwerkern aus Deutschland. Gleichzeitig erweitern die Indianer die Palette der Materialien, die sie für die Herstellung ihrer Produkte verwenden. Dabei handelt es sich mehrheitlich um natürliche Materialien aus dem Regenwald: Samen, Rinde und Pflanzenfasern. Daraus entstehen Schmuck, Gürtel, Taschen, Tassenuntersetzer usw.

Ganz wichtig: Die Kunsthandwerker verbessern nicht nur ihre handwerklichen Fähigkeiten. Mit unserer Hilfe haben sie sich als Kooperative ganz offiziell organisiert. Médalid sagt: „Ich hätte mir nie träumen lassen, dass wir einmal unsere eigene Kooperative gründen würden.“ Doch genau das ist wichtig, um die Produktion Schritt für Schritt aus der Informalität zu führen.

Jetzt lernen die Mitglieder der Kooperative auch betriebswirtschaftliche Fähigkeiten wie z.B. Preiskalkulation. Gleichzeitig haben wir einen Rotationsfonds eingerichtet, den die Kunsthandwerker anfänglich mit Hilfe unseres Teams und dann selbstständig verwalten. Er dient dazu, Rücklagen zu schaffen für Materialzukäufe, Transportkosten usw. Denn nur wenn die Menschen befähigt werden, nicht mehr von der Hand in den Mund zu leben, sondern geplant zu wirtschaften, können sie der extremen Armut auf Dauer entkommen. Und nur dann haben die Dörfer, die Kultur der Indianer und der Fortbestand ihrer Wälder eine Chance.

Kürzlich konnten wir die Kooperative sogar auf der jährlich stattfindenden nationalen Kunsthandwerksmesse in der Hauptstadt anmelden, wo die Indianer zwei Wochen lang zum Glück in den Räumlichkeiten einer befreundeten Gemeinde übernachten konnten. All das war fast ein kleines Wunder. Kooperativenmitglied Margarita erzählte uns hinterher: „Es war eine wirklich interessante Erfahrung, die uns viel gelehrt hat. Einige unserer Frauen haben sich auf der Messe zum ersten Mal in ihrem Leben getraut, auf Spanisch mit Weißen zu reden, selbstbewusst zu sein und unsere Produkte vorzustellen. Eine Dorfbewohnerin unterhielt sich sogar mit der Ministerin! Aber das Leben in der Großstadt ist doch schrecklich, es gibt noch nicht einmal Sauerstoff zum Atmen, so dass wir alle krank wurden. Vor allem haben wir aber gesehen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben, um wettbewerbsfähig zu werden. Aber wir lassen unser Ziel nicht aus den Augen.“ So machen sich die Dorfbewohner Schritt für Schritt auf den Weg in eine bessere Zukunft – dabei begleiten wir sie auch weiterhin.

Schauen Sie sich das Fotoalbum an mit einigen Bildern von den Kunsthandwerkern und ihren Produkten (bei einer Schulung im Dorf, auf der Messe in Lima, selbstgemachter Schmuck).

Sie können diese Arbeit jederzeit im Gebet oder durch Spenden unterstützen.

Unser Spendenkonto lautet wie immer:
Chance e.V.
IBAN: DE92 3506 0190 1014 4450 10
BIC: GENO DE D1 DKD
Bank f. Kirche u. Diakonie / KD Bank* - Verwendungszweck:Peru 8333

Vielen Dank! Muchas Gracias! Parasios!

* Alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

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