Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Yordi (l.) und Robert

Starke Kinder, starke Dörfer

Wie Kinderpatenschaften ganze Dörfer verändern

Yordi (11) und Robert (7) leben mit ihren Eltern Angélica und Roberto in dem Dschungeldorf „Dreiwasser“ in Peru. Die Familie hat großes Unglück erfahren: Denn ihr dritter Sohn ertrank vor einigen Jahren während der Regenzeit im Fluss am Dorfrand.

Yordi stand damals am Ufer und konnte seinen älteren Bruder nicht retten. Seitdem wird Yordi mehrmals in der Woche – meist nachts – von epileptischen Anfällen heimgesucht. Das ist für Yordi bedrohlich und die Familie, ja die ganze Dorfgemeinschaft lebt in großer Sorge um den Jungen. Dabei ist Yordi sehr kreativ und musisch begabt. Kürzlich nahm er an einer unserer Schulungen der Kunsthandwerkervereinigung teil, die wir im Dorf fördern und zu der auch seine Mutter gehört. Die Dozentin war von Yordis Fähigkeiten sehr beeindruckt.

Der kleine Robert singt für sein Leben gern, vor allem Kirchenlieder in seiner Muttersprache Yánesha. Darauf sind seine Eltern sehr stolz. Robert ist immer und überall mit Begeisterung dabei. Wenn die Kinder im Dorf spielen, dann ist er einer der ersten. Er springt, klettert auf Mauern und Bäume und ist ein richtiger kleiner Rabauke. Dabei erfährt auch Robertico, wie ihn die Leute im Dorf liebevoll nennen, große Not, denn er leidet unter schweren Fehlformationen und wurde mit nur einem Bein geboren und einige seiner Finger sind zusammengewachsen. Trotzdem ist Robert ein kleiner Held, denn er lässt sich nicht unterkriegen.

Die Begegnung mit Kindern wie Yordi und Robert, die so viele Probleme haben und trotzdem nicht aufgeben, bewegt uns immer wieder tief. Deshalb haben wir uns die Frage gestellt, wie wir Kinderpatenschaften in den Indianerdörfern einsetzen können, ohne dabei den langfristig angelegten Entwicklungsstrategien, die wir speziell für diese Dörfer entwickelt haben, zu widersprechen.

Denn was wir nicht wollen, ist Kinder und Eltern daran gewöhnen, von Geschenken und Almosen zu leben. Statt Abhängigkeit wollen wir Selbstbestimmung sowie den Zusammenhalt in den Dörfern fördern, weil ein Entkommen aus der Not langfristig nur so funktionieren kann. Deshalb wollten wir auf gar keinen Fall einfach Hilfsgelder verteilen, denn das nimmt den Menschen Stück für Stück ihre Würde.

Genau über diese Herausforderung kamen wir dann mit einigen Anführern und Anführerinnen der Indianergemeinschaften ins Gespräch. Gemeinsam mit ihnen entwickelten wir ein ganz neues Patenschaftskonzept.

Die Lösung begeistert die Kinder und ihre Eltern, die Dorfbewohner und auch uns:

Jedes Dorf stellt ein Komitee zusammen, das gemeinsam mit unserer Partnerorganisation in dem von uns vorgegebenen Rahmen die Verwendung der Patengelder plant. Die Dorfgemeinschaft selbst wählt die wirklich hilfsbedürftigen Kinder aus, die ins Programm aufgenommen werden sollen. Die Anführer und Anführerinnen der Indianer verpflichten sich, bei der Betreuung und Begleitung der Kinder zu helfen. So entsteht ein rundum effektives Selbsthilfeprogramm, das von den Dorfbewohnern mitgestaltet wird: den Kindern wird in ihrer Not geholfen, ihre Eltern werden entlastet und die Dorfgemeinschaft rückt näher zusammen, weil sie das Programm verantwortlich umsetzen muss.

Neben vielen anderen Aktivitäten planen wir im Heimatdorf von Yordi und Roberto gemeinsam mit dem Dorfrat eine gründliche medizinische Betreuung der Kinder – zuallererst von den beiden Jungen. Dann werden die Familien aller Patenkinder darin angeleitet, Biogemüsegärten anzulegen, um so die Ernährung der Kinder zu verbessern. Schließlich sollen in der kleinen Dorfschule Unterrichtseinheiten auf Yánesha erarbeitet und in den Lehrplan integriert werden, der so ganzheitlich wird und die Identität sowie das Selbstwertgefühl der Kinder stärkt. Daneben finden Exkursionen statt, Kinderlager und Seelsorge.

Das Einmalige an diesem Konzept:

Einerseits können wir den Kindern in ihrer Not helfen, gleichzeitig aber auch die selbstbestimmte Entwicklung der Dörfer fördern. Denn die Menschen sind keine Hilfsempfänger mehr, sondern schaffen und verwalten ihr eigenes Kindersozialprogramm.* Sie selbst übernehmen Verantwortung. Sie lernen, Entwicklungsmaßnahmen genau zu planen, zu organisieren und in Begleitung unseres Teams selbstbestimmt durchzuführen. So werden nicht nur die Kinder gefördert, stattdessen wird das ganze Dorf in all seinen Strukturen gestärkt. Das wiederum ist Voraussetzung für nachhaltige Entwicklung, die von den Menschen ausgeht. So werden ganze Dörfer aktiv für ihre eigene würdevolle und selbstbestimmte Zukunft und auch das kommt natürlich den Kindern für ihre eigene Zukunftsplanung zugute.

Helfen Sie den Kindern aus den Indianerdörfern. Übernehmen Sie eine Patenschaft für ein Kind und machen Sie gleichzeitig ein ganzes Dorf fit für die Zukunft.

Lernen Sie hier einige der über 20 Kinder kennen, für die wir jetzt dringend und ganz konkret Paten und Patinnen suchen. Eine Patenschaft ist schon ab (30-)35 Euro im Monat möglich und alle Spenden sind steuerlich absetzbar.

Hier sehen Sie eine aktuelle Patenkinderübersicht

Schreiben Sie uns

Wenn Sie Fragen haben oder gerne Pate bzw. Patin werden möchten, wir informieren Sie gern. Nutzen Sie unser Kontaktformular oder schreiben Sie uns eine E-Mail.

*Wir kontrollieren alle Aktivitäten und garantieren die adäquate Mittelverwendung in den Dörfern.

nach oben