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Chance e.V.- Das Maasai-Dorf Olereko

Maasai-Dorf Olereko

Das Maasai-Dorf Olereko

Das Dorf Olereko in Westkenia hat mehrere Tausend Einwohner und liegt auf ca. 2000 Meter Höhe im fruchtbaren Hochland zwischen den Maasai-Ebenen und dem Viktoria-See.

Seit den 1970er Jahren wurden die Maasai hier sesshafte Ackerbauern. Der dichte Wald, der die Hügel bedeckte, wurde zerstört und die Wildtiere verschwanden.

Die Folgen dieses Prozesses für den sozialen Zusammenhang, das kulturelle Leben und das natürliche Ökosystem waren und sind einschneidend. Die Situation der Frau hat sich durch das weitgehende Ende der Genitalverstümmelung verbessert und die Kinder haben wenigstens theoretisch Zugang zu schulischer Bildung. Doch die kulturelle Identität und der soziale Rückhalt der Menschen werden immer weiter geschwächt, was vor allem bei Jugendlichen zusehends zu Orientierungslosigkeit und verstärktem Alkoholkonsum mit allen seinen Folgen führt. Die ehemals undurchdringlichen Wälder mit ihrer großen Biodiversität gibt es nicht mehr, was die Trinkwasserversorgung und den Ackerbau beeinflusst. In Zeiten des Klimawandels wird das einst feuchte Olereko zusehends trockener.

Der vor einigen Jahren eingeführte Zuckerrohranbau ist ambivalent. Auf der einen Seite können die Menschen so mehr erwirtschaften. Das neue Einkommen ist jedoch sehr ungleich verteilt. Während Männer mit großen Feldern heute mehr verdienen, werden die ohnehin ärmeren Familien mit wenig Land immer ärmer. Mit dem Zuckerrohr verschwanden die letzten einheimischen Bäume und viele andere Arten. Die Erosion nimmt zu.

Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 20 Jahre. Für sie gibt es viel zu wenig Schulen, die auch noch alle schlecht ausgestattet sind. Ausbildungsmöglichkeiten gibt es vor Ort keine. Wer es sich also irgendwie leisten kann, seinen Kindern eine bessere Bildung zu ermöglichen, muss sie schon mit 6, 7 oder 8 Jahren auf ein Internat schicken, mit der Folge, dass Kultur und Sprache der Maasai immer weiter verloren gehen. Auch dies führt dazu, dass die gesellschaftliche Schere zwischen „Arm“ und „Reich“ immer weiter auseinanderklafft.

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