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Peru
Don Jesús – Vater und Tagelöhner

Chance e.V.- Don Jesús – Vater und Tagelöhner

Don Jesús wohnt mit seiner Familie in Villa Rica in sehr prekären Verhältnissen. Die ganze Familie floh vor der großen Armut in ihrem Heimatdorf in den Bergen und kam nach Villa Rica, um hier Arbeit zu finden. Dann wurde Don Jesús‘ Frau Vilma krank und die Not der Familie ist geblieben.

Auf Grund von Vilmas Gesundheitszustand hängt der gesamte Lebensunterhalt der Familie allein von Don Jesús ab. Deshalb ist er oft tage- oder wochenlang nicht zu Hause, um sich als Tagelöhner auf den Plantagen der Großgrundbesitzer zu verdingen, wo er maximal 8 Euro am Tag verdient und überhaupt nur in der Pflanz- und Erntezeit Arbeit findet. Das Einkommen der Familie reicht deshalb hinten und vorne nicht.

Denn Don Jesús und Vilma haben mit fünf Kindern eine große Familie. Da Vilma, sich kaum um die Kinder kümmern kann, trägt Don Jesús auch diese Verantwortung meist allein. Vilma hat zahllose Krankheiten und die Familie weiß noch nicht einmal, was ihr genau fehlt und warum sie krank ist. Häufig wirkt sie abwesend. Außerdem ist sie stark sprach- und sprechbehindert. Deshalb kann Vilma auch nur an manchen Tagen überhaupt etwas für die Kinder kochen, für die es sehr schwierig ist, ein Verhältnis zu ihrer kranken Mutter aufzubauen. Wenn Don Jesús dann auf den Plantagen arbeitet, gibt es häufig auch gar nichts zu essen. Dann haben die Kinder Glück, wenn sie von Nachbarn etwas Reis abbekommen.

Die Not der Familie ist so groß, dass wir gleich mehrere der Kinder in unser Patenprogramm aufgenommen haben. Für Don Jesús‘ ältesten Sohn ist das eine große Hilfe, denn hier kann er seine Angst vor der Schule überwinden, die sich bei ihm einstellte, seit er von seinen Mitschülern stark gemobbt wurde. Auch den anderen Geschwistern tun die Hausaufgabenhilfe sowie der freie Umgang mit den anderen Patenkindern und mit unserem Team sichtlich gut.

Die ganze Familie lebte in einer halbzerfallenen und völlig überteuerten Holzhütte am Stadtrand Villa Ricas. Doch dann wurden sie Hals über Kopf aus ihrer Hütte geworfen und standen kurz davor, obdachlos zu werden. In seiner Verzweiflung kam Don Jesús in das Büro unserer Partnerorganisation und bat um Hilfe. Als er anfing zu weinen, trösteten unsere Mitarbeiter ihn erst einmal, beteten für ihn und machten ihm Mut. Danach halfen sie ihm bei der Suche nach einer neuen Bleibe. Dank unserer Unterstützung konnte die Familie ein neues Zuhause finden, doch fehlte Don Jesús ein kleiner Gaskocher, weil es verboten war, in der neuen Unterkunft mit Brennholz zu kochen. Obwohl dieser nicht viel kostet, könnte sich die Familie so eine teure Anschaffung nie leisten. Mithilfe der Paten seiner Kinder konnte Don Jesús schließlich auch dieses Problem lösen und in die neue Unterkunft umziehen.

So kommt die Familie mehr und mehr zur Ruhe, hat Ansprechpartner, Begleitung und Unterstützung in der Not. Die ganze Familie profitiert: Don Jesús ist nicht mehr so auf sich allein gestellt. Seine Frau Vilma hat Aussicht auf eine etwas bessere ärztliche Betreuung und die Kinder können sich durch das Patenprogramm Stück für Stück ganzheitlich entwickeln. Schrittweise verändert sich so das Leben einer ganzen Familie in Peru.

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