Chance e.V. - Zukunft für Menschen

Pancho der Dorfchef

Chance e.V.- Pancho der Dorfchef

Pancho trägt bei offiziellen Anlässen gern die traditionelle Kopfbedeckung der Yánesha-Indianer.

Pancho ist der Dorfchef von Yunculmás. Sein Vorgänger wurde von den Dorfbewohnern wegen Korruption abgesetzt, denn er machte schmutzige Geschäfte, verschacherte ohne das Wissen des Dorfes einen Teil des Gemeinschaftslandes und steckte sich dafür ein paar tausend Euro in die eigene Tasche.

Danach wollten die Menschen einen ehrlichen Chef und deshalb fiel ihre Wahl auf Pancho, dem sie vertrauen. Dabei hat es Pancho wirklich nicht leicht. Weil er auch selber arm ist und die Menschen in seinem Dorf immer unterstützt, verließ ihn seine Frau schon vor Jahren. Sie wollte lieber in der Stadt wohnen und etwas leichtes Geld verdienen. Seither ist Pancho allein erziehender Vater seiner fünf Kinder.

Die Menschen in Yunculmás sind von so vielen betrogen worden, dass sie auch unserem Team lange ablehnend gegenüber standen. Nur Pancho und ein paar andere waren immer bereit, sich auf unsere Projekte und Aktivitäten einzulassen. Vor einiger Zeit nun kam er ins Büro unserer Partnerorganisation und schüttete Projektleiterin Elizabeth sein Herz aus:

Chance e.V.- Pancho der Dorfchef„Ich habe die Wahl zum Chef unserer Gemeinschaft nur angenommen, weil ich glaube, dass euer Team anders ist als so viele andere Organisationen. Helft mir bitte, ein guter Dorfchef zu sein. Ich träume davon, dass unser Dorf durch eure Hilfe zur Selbsthilfe seine Zukunft in die eigene Hand nehmen kann. Dazu ist es höchste Zeit, denn in ein paar Jahren ist es vielleicht zu spät.

Früher war ich überzeugter Christ, doch dann wurde ich im Leben so enttäuscht, dass ich meinen Glauben aufgeben wollte. Aber durch eure Art, auf uns Indianer zuzugehen, habe ich wieder Hoffnung gefunden. Ich sehe die Liebe Gottes in eurer Arbeit, zum Anfassen nah. Deshalb möchte ich meine Zeit als Dorfchef ganz bewusst mit Gottes Hilfe gestalten und hoffe, dass ihr mich dabei begleitet: Wir müssen unsere Dorfstatuten überarbeiten, um Korruption in Zukunft auszuschließen. Wir müssen etwas gegen die Armut unternehmen und dabei unsere Lebensweise nicht verleugnen. Und wir müssen unseren Wald bewahren, ohne den wir nicht leben können. Lasst mich mit all diesen schwierigen Aufgaben bitte nicht allein und helft mir, ein guter Dorfchef zu sein.“

Seither reißt der Austausch mit Pancho und seinem Team nicht ab. Einmal in der Woche marschiert er ins Nachbardorf, um in unserem Büro anzurufen, und alle zwei Wochen fährt er selbst bis ins ferne Villa Rica, um dort mit unserem Team alle wichtigen Angelegenheiten zu koordinieren. Und ganz regelmäßig nimmt er gemeinsam mit anderen an unseren Seminaren und Workshops teil.

So haben sich Pancho und die Menschen aus seinem Dorf mit Gottes Hilfe und gemeinsam mit unserer Partnerorganisation auf den Weg gemacht, um ihre Zukunft selbstbestimmt und würdevoll zu gestalten. Dabei unterstützen wir sie gern und sehen bereits jetzt erste kleine Veränderungen im Dorf.

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