Neuigkeiten aus unseren Projekten und Arbeiten vor Ort

Geschichten über die Menschen vor Ort, über die positiven Prozesse und die erfolgreichen Entwicklungen in Peru und Kenia. Hier erfahren Sie mehr über die alltäglichen kleinen Erfolge.

2019 – ein Jahr der Wunder!

Liebe Freunde und Förderer von Chance e.V.,

in einer Welt voller Probleme freue ich mich, dass das Jahr 2019 für die Menschen in Peru und Kenia ein Jahr der Wunder war. Sechs kurze Wundergeschichten möchte ich Ihnen erzählen:

Wunder Nummer 1 – die Forstbehörde: Drei Jahre stritten wir mit den Beamten um die Zukunft der letzten 18.000 Hektar Regenwald Zentralperus. Am Ende gewannen wir nicht nur den Kampf um den Wald, sondern auch den Respekt der Forstbeamten. Diese sind so begeistert von unserer Arbeit, dass sie 14 Behörden einluden und alle – von der Wasserhörde bis zum Amt für Indianerangelegenheiten – aufforderten, unsere Projekte zu unterstützen. „Selbst Universitäten haben nicht erreicht, was Chance e.V. gelungen ist,“ so der oberste Forstbeamte, „Chance e.V. hat den Wald von zehn Dörfern gerettet und steht fest an der Seite der Armen.“

Wunder Nummer 2 – der Yánesha-Indianer Carlos: An deutschen Schulen berichtete Carlos vom schlimmen Schicksal seines Volkes. Die Anteilnahme der Schüler hat ihn ermutigt, verändert und getröstet: „In Deutschland habe ich meine Stimme gefunden und verstanden, dass wir Indianer uns nicht schämen müssen.“ Jetzt arbeitet Carlos für unser Gerechtigkeitsprojekt, das u.a. ein Buch über die Yánesha zusammenstellen soll, damit die Kinder sich nie mehr minderwertig fühlen müssen.

Wunder Nummer 3 – die Familie von Nkojile: Auch Nkojile erlebte in den Massai-Steppen Kenias ein Wunder. Ihr Mann Melentana war vor der Armut in die Alkoholsucht geflohen, er war gewalttätig und die Kinder verwahrlosten. Doch als er sah, wie andere im Dorf durch unsere Projekte neue Hoffnung fanden, wollte auch er es noch einmal versuchen: Er wandte sich an die kleine Dorfkirche und versucht seither, sein Leben mit Gottes Hilfe in den Griff zu bekommen. Besonders freut Melentana sich, dass wir für seine Kinder Paten finden konnten, so dass sie wieder zur Schule gehen können.        

Wunder Nummer 4 – das Massai-Dorf Ngoso: Die Dorfbewohner waren von der Armut wie gelähmt, viele hatten die Hoffnung aufgegeben. Als wir begannen, über Familienplanung und Frauenrechte zu sprechen, war das Echo der Frauen erst einmal verhalten. Doch langsam öffneten sie sich und erzählten uns ihre Sorgen. Jetzt trauen sie sich, das Wort zu ergreifen und ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Statt sich der Ungerechtigkeit zu beugen, fassten auch die Männer neuen Mut: Mehr als 300 konnten wir zum 100 km entfernten Gericht transportieren, wo sie sich für die Landrechte ihres Dorfes einsetzten, die Anwalts- und Gerichtskosten trägt Chance e.V..  

Wunder Nummer 5 – das Recht auf Schule: Das Dorf San Gerónimo ist Opfer der Schulbehörde. Ohne Bestechung will diese den Indianern keinen Lehrer schicken. Doch ohne Lehrer wandern viele Familien ab und dann ist das Dorf schutzlos den Holzfällern ausgeliefert, die alles zerstören. Seit >    > Jahren zahlen wir deshalb einen Aushilfslehrer. Doch 2019 halfen wir den Indianern, ihren Protest generalstabsmäßig zu organisieren: Vom Greis bis zum Baby demonstrierten alle mit Federkronen, bemalten Gesichtern, Pfeil und Bogen vor dem Schulamt. Die Amtsleiterin erschrak so sehr, dass sie sich verpflichtete, einen Lehrer zu entsenden. Dorfchef Berna war so dankbar, dass er mir von seiner dürftigen Verpflegung für die Protestaktion eine kleine Yamsknolle schenkte.    

Wunder Nummer 6 – eine neue Ordnung: Dina ist die erste Frau, die in Pichanaz zur Anführerin gewählt wurde. Auf unseren Seminaren lernte sie, wie wichtig es für die Dörfer ist, eine gesetzesgleiche Dorfsatzung zu haben, um gezielte Entwicklung zu ermöglichen. Dinas drei Dörfer sind nun die ersten, die begonnen haben, die von uns gemeinsam mit Fachanwälten, Ethnologen und Aktivisten entwickelte Mustersatzung zu übernehmen. Das ist ein langer Prozess, aber erste Erfolge zeigen sich bereits: Dinas Dörfer haben den Kokaanbau und das Dynamitfischen verboten! Beides sind kriminelle Aktivitäten, die die Zukunft der Menschen bedrohen. Für die Indianeranwältin Galaxia ist die von Chance e.V. entwickelte Mustersatzung ein Meilenstein: „So etwas gab es in Peru noch nie! Diese Satzung kann die Selbstverwaltung vieler Dörfer stärken und sie vorm Untergang bewahren.“

Natürlich könnte ich noch viel mehr berichten, denn jedes Mal, wenn ein Einzelner, eine Familie oder ein ganzes Dorf beginnt sich zu verändern, ist das ein Wunder! Sich dafür zu engagieren lohnt sich, auch wenn es immer wieder Herausforderungen und Schwierigkeiten gibt.

Damit diese Wunder geschehen können, sind unsere Teams unentwegt im Einsatz: Sie organisieren Schulungen und Seminare. Forstwirte, Anwälte, Agraringenieure, Waldhüter, Seelsorger und Psychologen machen die Menschen stark. Wir finanzieren die Gehälter einheimischer Fachkräfte, und entwickeln nachhaltige Projekte. Aktuell suchen wir Autoren, Zeichner und Kulturpädagogen, die die Yánesha beim Erstellen ihres eigenen Geschichtsbuches begleiten sollen. Die von Chance e.V. entwickelte Dorfsatzung soll noch weitere Indianerdörfer stark machen und noch mehr Frauen sollen erfahren, dass sie das Recht haben, über ihren Körper und ihre Zukunft zu bestimmen.

All das können wir ohne Sie kaum schaffen: Denn für 2020 fehlen für unsere erfolgreichen Projeke noch 31.000 Euro. Bitte unterstützen Sie uns deshalb doch zu Weihnachten mit einer einmaligen oder regelmäßigen Spende und beten Sie für die Menschen in Peru und Kenia. Unser Spendenkonto lautet: Chance e.V. - DE92 3506 0190 1014 4450 10 - GENO DE D1 DKD - Zweck: „Peru“ oder „Kenia.“

Im Namen all dieser Menschen, die dank Ihnen Wunder erfahren können, sage ich von Herzen vielen Dank, muchas gracias und ashé oleng für Ihre Hilfe und Verbundenheit! Wenn wir auch 2020 gemeinsam unterwegs bleiben, wird gelingendes Leben noch mehr Menschen, Familien und Dorfgemeinschaften verändern. Dann wird auch 2020 wieder ein Jahr der Wunder!

Vielen Dank für Ihre Solidarität, frohe Weihnachten und Gottes Segen für das neue Jahr
Ihr

Jens-P. Bergmann
erster Vorsitzender

„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“
Am. 5,24

 

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