Neuigkeiten aus unseren Projekten und Arbeiten vor Ort

Geschichten über die Menschen vor Ort, über die positiven Prozesse und die erfolgreichen Entwicklungen in Peru und Kenia. Hier erfahren Sie mehr über die alltäglichen kleinen Erfolge.

Wut und Verzweiflung standen Dorfchef César (Foto: César bei seiner Vereidigung als Dorfchef - ganz rechts) aus Yunculmaz ins Gesicht geschrieben beim ersten Besuch unseres Teams, seit die peruanische Regierung den Lockdown beschlossen hatte.

Der Grund für Césars Wut sitzt tief

Seit der Kolonisierung wurden die Yánesha oft Opfer von Lügen, Vertreibung und Ausrottung. Das Trauma der Großeltern ist allgegenwärtig: Damals fielen Tausende Yánesha den von Kolonisten eingeschleppten Masern zum Opfer. Anstatt den Ureinwohnern zu helfen, begrüßten die Kolonisten die Epidemie sogar, weil sie die ehemals riesigen Wälder so noch leichter rauben und zerstören konnten.  

Seitdem sind fast 70 Jahre vergangen, die indigene Bevölkerung ist verarmt und viele fürchten durch Corona einen neuen Ethonozid. Einige Familien flohen dann auch so tief in die verbliebenen Wälder, wie das heute noch geht: „Wenn wir uns nicht isolieren, sterben wir wie die Großeltern,“ sagten sie, „das ist so, wenn die Weißen eine Krankheit bringen.“ Tatsächlich gibt es jetzt 230.000 Coronafälle in Peru und die Sorge der Indigenen wird täglich größer.

Diesmal versprach der Staat Hilfe – jedes Mitglied der indigenen Völker sollte 160 Euro bekommen. César und die Leute im Dorf glaubten den Versprechen der Mächtigen und fühlten sich unterstützt. Doch wie so oft wurden sie bitter enttäuscht: Von den 150 Dorfbewohnern erhielt nur einer (!) die staatliche Hilfe. Der Rest versickerte in dunklen Kanälen. Großspurig hatte auch der Landrat Hilfe versprochen. Doch als seine Wagenkolonne vorfuhr, wollte er César gerade einmal drei (!) Kilo Reis für das ganze Dorf geben und sich dabei auch noch fotografieren lassen. Die Dorfbewohner durchschauten die Korruption, verzweifelt und wütend vertrieben sie den Landrat aus ihrem Territorium.  

„Nur ihr haltet euer Wort!“  

Als unser Team ins Dorf kam, war César noch immer entsetzt und fragte, warum unser Team einen Monat nicht gekommen wäre. Projektleiterin Eli erklärte ihm, dass alle Verkehrswege gesperrt waren, die Beantragung der zahlreichen Sondergenehmigungen Wochen gebraucht und das ganze Team sich zum Schutz der Dörfer in Quarantäne begeben habe. Das konnte César nachvollziehen und begann sofort, mit unserem Team die Nothilfe für sein Dorf zu organisieren. 

Wir brachten genug Lebensmittel und Seife für alle, damit die Menschen ihr Dorf in der Pandemie nicht verlassen müssen. Dazu begleitete uns ein Arzt, der die Dorfbewohner über das Virus aufklärte.

Außerdem konnten wir das Krankenhausteam über das Schicksal der Yánesha aufklären, so dass die Diskriminierung im Hospital endlich verboten wurde. Viele Dorfbewohner sagten daraufhin: „Zum ersten Mal seit Gründung unseres Dorfes, kam ein Arzt zu uns in den Dschungel. Das ist ein großer Segen. Der Staat verspricht viel und lügt, aber Chance e.V. ist an unserer Seite, egal was passiert.“  

Hilferuf aus Machca – Wunder im Regenwald

Als die Bewohner des Dorfes Machca von der Corona-Pandemie erfuhren, riefen auch sie unser Team zur Hilfe. Wieder fuhren wir mit Lebensmittelhilfe und dem Arzt Dr. Aldave in den Regenwald. Dank unserer Kontakte gelang ein Wunder: Alle Dorfbewohner wurden in die staatliche Krankenversicherung aufgenommen. Das steht in Peru eigentlich allen zu, trotzdem bleiben Indigene aus Rassismus oft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dabei ist der doch gerade jetzt überlebenswichtig!

Ich frage mich, warum es vor Ort eigentlich keine andere Organisation gibt, die Menschen und Dörfer stärkt, indem sie den Indigenen selbst in der Pandemie beisteht, die Menschen über ihre Rechte aufklärt und die Anwälte finanziert, die diese Rechte verteidigen? Ob in Peru oder in Kenia – in Corona-Zeiten stehen die Indigenen noch mehr als sonst von allen verlassen mit dem Rücken zur Wand…        

Deshalb habe ich mitten in der Corona-Krise eine Idee der Gerechtigkeit:

Auch bei uns hat die Corona-Krise viele schwer getroffen – und doch gibt es einen Unterschied zu Peru und Kenia: Der Staat hilft hierzulande vielen Bürgern. Wäre es nicht ein Zeichen unserer Anteilnahme, diese Hilfe mit denen zu teilen, die sonst niemanden haben – so wie die Yánesha und Maasai? Ab 01.07. zahlen wir alle weniger Mehrwertsteuer. Was halten Sie davon, wenn wir einen Teil dieser Ersparnis den Armen schenken und ihnen zum Segen werden! Wie viele Familien könnten satt, wie viele Aufklärungskampagnen organisiert und wie viele Menschen ermutigt werden, wenn wir nur die eingesparte Mehrwertsteuer aus bloß einer Woche oder einem Monat weitergeben würden?

Das können Sie durch Ihre Spende tun, die uns ermöglicht, Menschen zu schützen, alle Corona-Auflagen in Peru und Kenia schnell umzusetzen und gerade jetzt, wo die schlimmsten Auswirkungen der Pandemie dort noch bevorstehen, wirksam und schlagkräftig zu helfen. Unser Spendenkonto lautet: Chance e.V., IBAN: DE92 3506 0190 1014 4450 10, Stichwort: „8300 Peru“ oder „8400 Kenia.“ Sie können für unsere wichtige Krisenarbeit einmalig oder regelmäßig spenden, für die Menschen beten oder anderen von unserer Arbeit erzählen. Vielen Dank! Muchas Gracias! Ashé Oleng!

     

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