Neuigkeiten aus unseren Projekten und Arbeiten vor Ort

Geschichten über die Menschen vor Ort, über die positiven Prozesse und die erfolgreichen Entwicklungen in Peru und Kenia. Hier erfahren Sie mehr über die alltäglichen kleinen Erfolge.

Bilanz in Peru

+++ Aktueller Stand am 17.11.2020 +++

In nur 2,5 Tagen Regierung Merino kam es in Peru zu:

- 2 Tote
- 42 Verschwundene
- 35 Schwerverletzte
- 112 Verletzte
- Menschenrechtsverletzungen
- Sexuelle Übergriffe gegen Frauen
- Unterdrückung der Pressefreiheit
- 7 katastrophale Gesetzesvorhaben

Fazit unserer Projektleiterin: „In letzter Minute haben wir uns von einem skrupellosen Putschisten befreit!“
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen u.a. gegen Ex-Präsident Merino, seinen Ministerpräsidenten, seinen Innenminister, einen General und den Polizeichef von Lima.
Jetzt gibt es eine neue Übergangsregierung aus Politikern, die nicht mitgeputscht haben. Die neue Parlamentspräsidentin hat sich als Anwältin für unterdrückte Minderheiten eingesetzt.
Trotzdem müssen wir unsere Arbeit beschleunigen, denn noch ist der Sieg des peruanischen Volkes noch nicht gefestigt und die Territorialrechte der Dorfgemeinschaften noch nicht gesichert.


+++ Dafür brauchen wir weiterhin eure Unterstützung. +++

 

In Peru putschte vor wenigen Tagen das korrupte Parlament gegen den Präsidenten, der versuchte die Pressefreiheit und die Gewaltenteilung zu untergraben. Besonders gegen die indigenen Völker Amazoniens und den Regenwald sollten schlimme Gesetze erlassen werden.
 
Am Samstag und Sonntag demonstrierte dann jeder sechste Peruaner.
Die Redakteure des staatlichen Rundfunks traten geschlossen zurück, nachdem der Präsident versucht hatte, in die Berichterstattung einzugreifen. Unternehmer organisierten Fahrdienste für Demonstranten, andere ließen aus eigenem Anlass Millionen Handzettel mit Streikaufrufen drucken. Vom mittelständischen Unternehmertum bis zu den Slumbewohnern wurden alle mobilisiert. Allein die Fahrraddemonstration in Lima soll bis zu 60.000 Teilnehmer gehabt haben. Die Kirchen sollen sich am Ende dann auch für die Demonstrationen ausgesprochen haben.  
Als es die ersten Toten gab, traten 13 der 18 neuen Minister wieder zurück.
Sonntagmorgen versuchte der Putschpräsident Merino noch die Streitkräfte zum Präsidentenpalast zu ordern, die das verweigerten. Dann traten auch der Präsident und die verbliebenen Kabinettsmitglieder zurück.
 
Die Menschen feierten ihren Etappensieg, wollen aber weiterprotestieren, bis der Wandel gesichert ist:
- eine Übergangsregierung angeführt von Abgeordneten, die sich nicht am Putsch beteiligt haben
- wenn möglich Neuwahlen

Die alten Männer hinter dem Putsch haben nicht erkannt, dass es heute Millionen jüngere Peruaner gibt, die ein anderes Land wollen und über soziale Medien vernetzt sind.
Sie beten für eine gute Übergangsregierung, baldige Neuwahlen, bei denen die drei Parteien, die das Land seit 50 Jahren ausbeuten, abgestraft werden, und dafür dass es am Ende vielleicht sogar eine neue Verfassung gibt.

In Villa Rica protestierten am Sonntag so gut wie alle – von den Kaffeebauern bis zu den Yánesha.
Aber es steht noch immer viel auf dem Spiel, so lange Merino nicht angeklagt und verurteilt wird. Angeblich soll er seine Immunität behalten und das Land verlassen. So lange im Parlament weiterhin korrupte Abgeordnete herrschen, können außerdem jederzeit Gesetze erlassen werden, die für die indigenen Gemeinschaften Amazoniens und die Regenwälder sehr gefährlich sein können. Deshalb ist die Arbeit von Chance e.V. wichtiger denn je.

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