Judith und Christine

„Ich komme ganz bestimmt wieder, denn die Zeit als Praktikantin in Peru war so vielseitig und so segensreich, dass ich sie wohl nie vergessen werde.“

Es ist Abend am Busbahnhof in Lima. Judith und ich tragen alle Pullover, die wir dabei haben. Die Luft ist dünn und es riecht nach Abgasen. Wir sind auf der Reise nach Villa Rica, wo wir mehrere Monate lang ein Praktikum machen werden.

Schon sind einige Wochen vorbei und wir sind mittendrin in unserem erlebnisreichen Prakitkantenalltag.

Es ist sieben Uhr morgens. Gemeinsam mit Vicky, einer Mitarbeiterin des peruanischen Teams kaufen wir Obst fürs Frühstück. Es gibt Papaya, Bananen und Ananas. Wie immer hat uns der alte Mann am Marktstand noch ein paar Bananen geschenkt. Im kleinen Büro öffnet uns Martin im Schlafanzug die Tür. Wir sind früh dran.

Am Tisch beten wir gemeinsam für den bevorstehenden Tag. Gemeinsam teilen wir die Aufgaben auf: Den Reflexionsbericht des letzten Treffens mit den Jugendlichen schreibt Judith. Pancho, der Dorfchef einer Indianergemeinschaft wird zu Besuch kommen. Vicky und ich gehen zum Bürgermeister, um mit ihm über eine Kooperation zu sprechen. Projektleiterin Elizabeth trifft sich mit dem Architekten für das neu entstehende Chance-Begegnungszentrum.

Zum Mittagessen treffen wir uns alle wieder. Wie ist es gelaufen? Die Stimmung ist vertraut. Wir teilen kreative Ideen, Fragen und Herausforderungen. Den Nachmittag verbringen wir gemeinsam im Büro. Judith und ich planen den nächsten Kindergeburtstag im Patenkinderprogramm. Wie geht es unseren Kindern in der Gruppe? Welche Spiele können wir mit 80 Kindern spielen, um den Teamgeist der Gruppe zu fördern?

Abends laufen wir zur Garküche, die die Mutter eines Patenkindes am Straßenrand betreibt. Dort essen wir frittierte Teigfladen, Yuca und Bananen mit Kaffee. Es läuft traditionelle Folklore im Radio. Die Luft ist lau. Die neunjährige Fiorela unterbricht das Tellerwaschen. Wir haben einen Brief von ihren deutschen Paten dabei und lesen ihn mit ihr gemeinsam. Ihre Augen glänzen. Heute wird sie noch bis ca. elf Uhr abends arbeiten, bis der Teig verbraucht ist und die letzten Tagelöhner nach Hause gehen. Ein typisches Kinderschicksal in Villa Rica, dabei geht es Fiorela noch vergleichsweise gut.

Mehrere Monate später sitze ich wieder im Bus nach Lima. Mein Praktikum ist vorbei und die Lichter Villa Ricas werden hinter mir immer kleiner. „Was für eine tolle Zeit!“ – denke ich bei mir. Ob ich wiederkommen werde, um mein Patenkind und seine Familie wiederzusehen? Um meine liebgewonnen Freunde in den tief im Regenwald gelegenen Indianerdörfern zu besuchen? Um abends gemeinsam am Lagerfeuer zu sitzen, sich Geschichten und Märchen zu erzählen und deutsches Stockbrot zu essen, welches die Indianer kurzerhand „Mamapan“ getauft haben? Um das neugebaute Chance-Projektzentrum zu sehen? Und um mich wieder mit dem Chance-Team auszutauschen, das mir während meines Praktikums vor Ort ans Herz gewachsen sind?

Ich bin mir sicher: Ich komme ganz bestimmt wieder, denn die Zeit als Praktikantin in Peru war so vielseitig und so segensreich, dass ich sie wohl nie vergessen werde.


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