Der Kampf gegen die Armut

Viele kleine Schritte und langer Atem auf dem Weg zum Ziel. Chance e.V.

Erfahrungsbericht

„Das ich in meinem Alter zum ersten Mal überhaupt an einer Schulung teilnehmen durfte, hat mich sehr bewegt.“
Martín

Immer mehr Bewohner entlegener Indianergemeinschaften in Amazonien kommen auf uns zu mit der Bitte, sie beim Entkommen aus extremer Armut zu unterstützen.

Nicht selten haben sie eine regelrechte Odyssee hinter sich: Von ihren Anführern verraten, von Behörden und Geschäftemachern betrogen und von sogenannten Hilfsorganisationen mit falschen Versprechungen hinters Licht geführt sind sie voller Misstrauen und Enttäuschung. Denn ihre Armut wurde immer schlimmer, trotz aller Versprechungen.

Wenn diese Menschen unsere Partner kennen lernen, beginnt oft ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite fassen sie Vertrauen, weil unsere Teammitglieder selbst auch indigener Herkunft sind und die Hemmschwelle deshalb niedrig ist. Auf der anderen Seite kommt es vor, dass sich einige Dorfbewohner empören, weil wir keine Versprechungen machen. Stattdessen besteht unser Team immer wieder darauf, dass es nicht die Hilfsorganisation ist, die Wunder bewirken kann, sondern dass die Dorfbewohner selbst hart arbeiten und viel lernen müssen, bis überhaupt die ersten kleinen sichtbaren Projekte initiiert werden können. Wenn man aber nicht weiß, wie man morgen das Schulgeld seiner Kinder bezahlen soll, klingt diese Art der langfristigen Hilfe verständlicherweise nicht sehr verheißungsvoll.

Geflügelzucht, Imkerei und Kunsthandwerk – drei Instrumente zur Armutsbekämpfung

Doch Schritt für Schritt bauen wir Vertrauen auf: Wenn ein Dorfbewohner ernsthaft erkrankt, helfen wir bei der ärztlichen Versorgung. Wenn Kinder in besonders großer Not leben, suchen wir für sie deutsche Paten. Wenn mehrere Dörfer zerstritten sind, versuchen wir zu vermitteln. Wenn es Probleme mit der Selbstverwaltung gibt, stärken wir die Anführer und Anführerinnen der Dörfer durch zahllose Seminare, Exkursionen und Gespräche. Und wenn Landrechtsprobleme auftauchen, helfen wir auch hier. Ganz langsam beginnt die Dorfgemeinschaft sich zu verändern, Vertrauen wächst und die Menschen begreifen, dass man Armut nicht von heute auf morgen beseitigen kann.

Dann bilden sie Gruppen nach Tätigkeiten, die sie besonders interessieren. Mit diesen Gruppen macht unser Team Ausflüge und Exkursionen und in immer regelmäßigeren Abständen finden vor Ort in den Dörfern Fortbildungen statt, z.B. zu Themen wie Geflügelzucht, Imkerei, Kunsthandwerk, nachhaltige Forst- und Landwirtschaft. Am Ende dieses langen Prozesses können sich die fleißigsten und besten Teilnehmer/innen der Fortbildungen dann für praktische Hilfe qualifizieren. Wir helfen ihnen dann dabei, Bienenstöcke und Schutzkleidung anzuschaffen, Werkzeuge zu kaufen, mit festem Maschendraht bessere Ställe zu bauen, ihre Produkte direkt vor Ort weiterzuverarbeiten oder besseren Marktzugang zu finden. Das Ziel ist immer das Gleiche: Armutsbekämpfung, Eigenständigkeit und nachhaltige Entwicklung.

Nach mehreren Jahren schaffen viele es dann, ihre eigene wirtschaftliche Lage Schritt für Schritt und aus eigener Kraft zu verbessern. Und sobald es in einem Dorf erst einmal Erfolgsgeschichten gibt, lassen sich auch andere motivieren, die vorher kritisch am Rande standen und jetzt selbst aktiv werden.

Am Ende können dann auch komplexere Tätigkeitsfelder wie Fischzucht oder Dorftourismus erschlossen werden, aber alles beginnt mit vielen Gesprächen und einer Menge Geduld.

Paten dringend gesucht.

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