Gesetz des Lebens

Chance e.V. schafft etwas völlig Neues - einmaliges Gesetzgebungsprojekt kann indigene Dorfgemeinschaften retten, bevor es zu spät ist.

Erfahrungsbericht

„Ich hatte keine Ahnung, wie es wirklich um uns steht. Aber jetzt haben wir in Chance e.V. einen starken Verbündeten.“
Leticia

In Peru haben wir geschafft, was vor uns noch niemand getan hat! Um die letzten Gemeinschaften vom Volk der Yánesha vorm Zusammenbruch zu bewahren, haben wir eine Musterdorfsatzung entwickelt. Das ist eine Art Grundgesetz für indigene Gemeinschaften, die alle Lebensbereiche einer Dorfgemeinschaft ordnet. So werden die Dörfer von innen stark und können sich dann auch nach außen verteidigen, z.B. gegen Landräuber und Kriminelle.

Obwohl sie eigentlich durch den Staat und internationale Abkommen geschützt sind und sogar das Recht auf Selbstverwaltung haben, sterben in Peru die indigenen Gemeinschaften immer schneller. Ganze Völker stehen vor dem Untergang. Was sie brauchen, sind neue Regeln und Gesetze, um ihre Dörfer zu organisieren und zu stärken. Ihnen fehlt eine schlagkräftige und gut durchdachte Dorfsatzung, die vom Gesetz vorgeschrieben ist. Bislang schien aber niemand Interesse daran zu haben, den Indigenen bei der Ausarbeitung starker Satzungen zu helfen, denn eigentlich will ja niemand, dass die indigenen Minderheiten ihr Recht auf Selbstbestimmung auch ausüben. Denn ohne Dorfsatzung gibt es keine Autonomie und ohne Autonomie machen Behörden und Unternehmen mit den Dorfgemeinschaften, was sie wollen.

Indigene Dorfgemeinschaften brauchen eigenes Gesetz

Dabei ist vielen Indigenen noch nicht einmal bewusst, dass ihr Dorf eine Satzung braucht. Die meisten verstehen anfangs kaum, was eine Satzung überhaupt ist, und sind mit der Ausarbeitung eines so komplexen Dokuments einfach überfordert. Denn einerseits muss die Satzung die Lebensrealität der Dorfgemeinschaft berücksichtigen, andererseits aber muss sie vor Gericht Bestand haben und auf Juristenspanisch verfasst werden. Das ist für die Indigenen allein nicht zu leisten, denn sie haben keinen Zugang zu höherer Bildung und Spanisch ist nicht ihre Muttersprache. Fast könnte man meinen, der Staat mache es den Dörfern absichtlich schwer, damit sie sich mit der Zeit einfach auflösen und ihre Ressourcen ausgebeutet werden können.

Ohne Satzung sterben die Dörfer immer schneller

Und die Dörfer sterben immer schneller! Zuerst werden alte Gebräuche vernachlässigt, weil den Indigenen vermittelt wird, dass ihre Lebensweise minderwertig sei. Auf Grund von Diskriminierung und Not schämen sich die Dorfbewohner immer mehr dafür, was und wie sie sind. Dann wird den Kindern in der Schule ihre Muttersprache verboten, die immer schneller verlorengeht. Die alten Regeln, die für das Zusammenleben im Dorf für alle bindend waren, werden nicht mehr angewendet, weil die Menschen sich auch dafür schämen. Die Zustände im Dorf werden immer chaotischer. Die Armut nimmt zu und Werte gehen verloren, soziale Strukturen lösen sich auf, Familien zerbrechen, Teenager kommen unter die Räder, Männer werden alkoholabhängig und Frauen verzweifeln. Die Dörfer haben keine Möglichkeit mehr, ihre einmalige Identität, ihre Kultur und ihre Ressourcen zu schützen. Die Menschen werden in einer Welt, die sie nicht verstehen und die ihnen gegen ihren Willen übergestülpt wurde, immer orientierungsloser.

Der drohende Untergang

Das macht die Dörfer zur leichten Beute. Korrupte Politiker, gierige Holzfäller und kriminelle Landdiebe haben ein leichtes Spiel: Sie nehmen sich, was sie wollen, und versprechen den Dorfbewohnern das Blaue vom Himmel. Wenn diese dann merken, dass alles Betrug war, ist es für die Dörfer zu spät. Ihre Wälder sind gerodet oder verbrannt, ihre Flüsse vergiftet und leergefischt und ihr Land gehört ihnen nicht mehr. Das was dann kommt, ist absolute Armut und Verzweiflung. Das Dorf ist tot und mit dem Dorf sterben auch die letzten Regenwälder, auf deren nachhaltiger Nutzung die 3500 Jahre alte Zivilisation der Yánesha beruht.

Die neue Satzung entsteht

Seit 2018 saßen Peruaner und Deutsche in unserem Team immer wieder zusammen, bis die Köpfe qualmten. Gemeinsam mit drei Dorfältesten und einigen Anwälten entwarfen wir die erste Mustersatzung für indigene Gemeinschaften in ganz Peru. Das ist ein Meilenstein nicht nur für Chance e.V. und das Volk der Yánesha, diese Mustersatzung hat das Potential, indigene Gemeinschaften in ganz Amazonien wiederzubeleben. Denn nur eine juristisch ausgefeilte Satzung, die die Dorfgemeinschaften stark macht, kann den Menschen in den Dörfern wieder neuen Halt geben, eine neue Ordnung schaffen, so dass alle anderen Akteure die Dörfer als gleichwertiges Gegenüber anerkennen müssen. Ohne Satzung können die Dörfer nicht ermächtigt werden, ihre Autonomie zu verteidigen. Die Ausarbeitung einer Mustersatzung ist Hilfe zur Selbsthilfe par excellence, „empowerment“ wie es sein sollte.

Um diese Mustersatzung zu entwerfen, zu publizieren und bekannt zu machen, brauchen wir Juristen, Übersetzer, Ethnologen und andere Experten und Expertinnen. Das kostet viel Geld.

Auch du kannst helfen

Wenn du helfen möchtest, die letzten indignenen Gemeinschaften Amazoniens zu retten, dann hilf uns dabei, die Mustersatzung weiterzuentwickeln und bekannt zu machen. Einmalige oder regelmäßige Spenden für dieses überlebenswichtige und revolutionäre Projekt sind jederzeit auf unser Spendenkonto DE92 3506 0190 1014 4450 10 möglich. Der Verwendungszweck lautet „Peru Dorf 8333“ oder „Peru 8300.“

Jetzt für die Dorfsatzung der Indigenen spenden

Infos, wie du Dorfpate oder Dorfpatin werden kannst, findest du hier:

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